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Preissenkungen lassen Mode- und Schuhpreise im Juli um 10,2 % fallen: Was bedeutet das für den B2B-Kanal?

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Preissenkungen lassen Mode- und Schuhpreise im Juli um 10,2 % fallen: Was bedeutet das für den B2B-Kanal?
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Die Deflation bei Schuhen: ein Phänomen, das über die Schlussverkäufe hinausgeht

Die VPI-Daten für Juli bestätigen, was viele Händler der Branche bereits ahnten: Der Preisdruck bei Bekleidung und Schuhen hat sich verschärft. Der Monatsindex dieser Produkte fiel im Juli um 10,2 %, ein Rückgang, der größtenteils durch den saisonalen Effekt der Schlussverkäufe erklärt wird, aber kein einfaches Trugbild ist. Der Jahresvergleich zeigt einen Rückgang von 2,2 % bei den Preisen für Mode und Schuhe, in deutlichem Kontrast zum allgemeinen VPI, der um 3,6 % stieg. In kumulierten Zahlen erreicht der Rückgang seit Januar 2026 13,5 %.

Dieses Verhalten ist in der Branche nicht neu, aber sein Ausmaß schon. Der Jahresrückgang von 2,2 % lässt sich nicht allein durch den Aktionskalender erklären, sondern durch eine Kombination struktureller Faktoren: der Überschuss an Lagerbeständen in den Großhandelslagern, der Wettbewerb durch Low-Cost-Anbieter und die schwache Nachfrage in bestimmten Bevölkerungssegmenten. Für den B2B-Kanal bedeutet diese Deflation schmalere Margen und die Notwendigkeit, Einkaufs- und Nachbestellstrategien zu überdenken.

Wenn der Verkaufspreis stärker fällt als die Anschaffungskosten, übernimmt das schwächste Glied der Kette die Anpassung. Dieses Glied ist in der Regel der unabhängige Einzelhändler.

Was dieser Rückgang für ein Schuhgeschäft bedeutet

Für den Einzelhändler ist die erste Erkenntnis offensichtlich: Der Verbraucher ist es gewohnt, mit Rabatt zu kaufen, und das Margenfenster wird enger. Aber es gibt eine wichtige Nuance. Der kumulierte Rückgang von 13,5 % seit Jahresbeginn bedeutet nicht, dass alle Produkte gleichermaßen gefallen sind. Saisonartikel wie Sandalen oder Espadrilles haben den größten Aktionsdruck erlitten. Übergangskollektionen hingegen halten stabilere Preise. Die Empfehlung für den Einzelhändler ist klar: Das Sortiment hin zu zeitlosen Produkten mit schneller Rotation diversifizieren und mit dem Lieferanten Bedingungen aushandeln, die eine akzeptable Marge ermöglichen, ohne von ständigen Aktionen abhängig zu sein.

Ein weiterer Nebeneffekt ist die Wertwahrnehmung. Wenn der Markt mit Angeboten überschwemmt ist, geht der Kunde davon aus, dass der „normale“ Preis der ist, den er im Schlussverkauf sieht. Dies zwingt das Geschäft dazu, den Differenzierungswert seines Produkts besser zu kommunizieren: Qualität, Service, Beratung, Erlebnis. Nur über den Preis zu konkurrieren, ist ein Wettlauf in den Abgrund, besonders für den unabhängigen Handel.

Die Auswirkungen auf den Großhändler: Druck auf Lagerbestand und Logistik

Für den Großhändler ist die Situation doppelt komplex. Einerseits wird die Deflation am Verkaufsort in Form von Forderungen nach besseren Einkaufspreisen nach oben weitergegeben. Andererseits zwingt der Lagerüberschuss, der sich in den Lagern ansammelt, wenn die Verkäufe nicht mithalten, zu Abverkäufen zu sehr niedrigen Preisen, was die Rentabilität und die Wertwahrnehmung der Marke beeinträchtigt.

Der Schlüssel liegt in der vorausschauenden Saisonplanung. Großhändler, die mit festen Bestellungen und einer an die tatsächliche Nachfrage angepassten Planung arbeiten, leiden weniger unter diesem Druck. Diejenigen, die mit kontinuierlicher Nachbestellung und Gelegenheitskäufen arbeiten, müssen bei der Bestandsverwaltung sehr agil sein. Die Empfehlung ist klar: Beschaffungszyklen verkürzen, auf Kapselkollektionen setzen und eine flüssige Kommunikation mit den Einzelhändlern pflegen, um die Produktion an die tatsächliche Nachfrage anzupassen.

Im Kontext des spanischen Marktes findet diese Deflation in einem Szenario allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit statt. Der allgemeine VPI steigt, aber der Schuhkonsument zeigt sich zurückhaltend, hohe Preise zu zahlen, insbesondere bei nicht-essentiellen Modekategorien. Dies erklärt, warum große Handelsketten ihre Niedrigpreislinien ausbauen, während der unabhängige Kanal sich durch Service und Produkt differenziert.

Strategien zur Navigation im deflationären Umfeld

  • Rabattpolitik überprüfen: Statt aggressiver Schlussverkäufe auf gezielte Aktionen und Treueprogramme setzen, die den wahrgenommenen Wert erhalten.
  • Mit dem Lieferanten flexiblere Zahlungs- und Lieferbedingungen aushandeln, die die Finanzierungskosten des Lagerbestands senken.
  • Das Sortiment hin zu Kategorien mit geringerer Saisonalität diversifizieren, wie Sicherheitsschuhe, orthopädische Schuhe oder nachhaltige Linien.
  • Verkaufsdaten nutzen, um Trends vorherzusehen und Überschüsse zu vermeiden, die später abverkauft werden müssen.
  • Ergänzende Verkaufskanäle erkunden, wie Online-Outlet oder den Zweitmarkt, um Überschüsse abzubauen, ohne den stationären Handel zu kannibalisieren.

Letztlich ist der vom VPI widergespiegelte Preisrückgang an sich keine gute Nachricht, aber er ist ein Symptom einer Realität, die die Branche intelligent managen muss. Effizienz in der Lieferkette, Produktdifferenzierung und Kundenbindung sind die Werkzeuge, die es Geschäften und Großhändlern ermöglichen, in einem Umfeld fallender Preise rentabel zu bleiben.

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